Verbot des Verkaufsoffenen Sonntags soll Ansporn sein für Ausrichtung künftiger Märkte in Michelstadt

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Von Manfred Giebenhain

MICHELSTADT - Gut zwei Wochen sind verstrichen, als Michelstadt auf ungewöhnliche Weise bundesweit und sogar in einer Schweizer Zeitung auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Protestaktion des Gewerbevereins, mit Schwarz verhängten Schaufenstern gegen ein gerichtlich angeordnetes Öffnungsverbot am „Landpartie“-Sonntag zu reagieren, beschäftigte am Donnerstag auch den Ausschuss für Kultur, Tourismus und Märkte.

Etliche Einzelhändler der Stadt hatten in den Zuschauerreihen Platz genommen. In ihrem Sinne durfte Vorstandsmitglied Heinz-Peter Aulbach die Ereignisse im Vorfeld des 22. April und an dem „schwarzen Sonntag“ selbst Revue passieren lassen. Wie berichtet, sollte damit „ein Zeichen gesetzt werden gegen den schleichenden Niedergang“, so Aulbach, wenn dem Einzelhandel wichtige Möglichkeiten entzogen werden, sein Leistungsspektrum einem breiten Publikum präsentieren zu können.

60 bis 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung pendle in die größeren Städte, begründete er seine These. Auf der einen Seite der ausbleibende Umsatz eines verkaufsoffenen Sonntags; auf der anderen werde dem Einzelhandel eine wichtige Gelegenheit genommen, ortsansässige Kunden anzusprechen, die zu üblichen Ladenöffnungszeiten woanders unterwegs seien. Das Verbot habe den Nerv getroffen, den „Werbeeffekt“, fokussierte Aulbach den Blick auf das Stadtbild.

Wie Solches sich entwickeln könnte, stand im Mittelpunkt der als gelungen empfundenen Protestaktion. Bürgermeister Stephan Kelbert forderte dazu auf, die geltende Gesetzeslage anzuerkennen und ideenreich daran zu arbeiten, die weiteren vorgesehenen Sonntagsgeschäfte danach auszurichten.

Wie es laufen kann, zeigte sich anhand der Rückschau auf den ersten in städtischer Regie ausgerichteten Ostereiermarkt. Laut Kulturamtsleiter Heinz Seitz fiel die Bilanz in finanzieller Sicht wie qualitativ zufrieden aus. Über 2800 zahlende Besucher und Standgebühren haben auf der Einnahmenseite knapp 12 300 Euro eingespielt. Kosten für Werbung und Leistungen des städtischen Bauhofs gegengerechnet, haben in der Summe zu einem Überschuss von etwa 6600 Euro geführt. Alle 35 Aussteller und etliche mehr hätten ihr Interesse an der Folgeveranstaltung im nächsten Jahr bereits angekündigt, rundete Seitz seinen Bericht ab. Ausschussvorsitzender Franz Röchner (CDU) ergänzte: „Ich habe nur positive Rückmeldungen vernommen.“

Auf seine Initiative hin, kamen auch zwei noch nicht abgearbeitete Themen zur Sprache: Die maroden Wehrgänge entlang der Reste der Stadtmauer und die Beschilderung an den Stadteingängen. Im laufenden Jahr sei die Ausbesserung des Wehrgangs auf der Höhe des Wehrmann-Hauses an der Reihe, antwortete das Stadtoberhaupt; im kommenden Jahr die Passage am Thierberg-Haus.

Und die Stadtbeschilderung sei zurückgestellt worden. Begründung: Das angestrebte Zertifikat „Citta slow“ sei bei Bewilligung aufzunehmen.

Sachstände wurden ferner ausgetauscht zu den Themen Beschäftigung eines Citymanagers in Trägerschaft des Gewerbevereins und Diskussionsstand der ins Leben gerufenen Innenstadt-Kommission. Dieser bescheinigte Kelbert, die Belebung der Altstadt im Blick zu haben.
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